120 Jahre Handwerkstradition bei Heidrich in Daaden

Dienstag, 21. Juli 2026

Vom Rohstoff zum Rundum-Service – Vier Generationen setzen auf Innovation

Wenn ein Handwerksbetrieb 120 Jahre lang allen Stürmen der Zeit getrotzt hat und immer noch gesund dasteht, haben die Verantwortlichen viel dafür getan, dass der Spruch vom „goldenen Boden“ gar nicht so weit hergeholt ist. Dabei geht es in diesem Fall nicht um Edelmetall, sondern um den typischsten aller Rohstoffe des Westerwalds: Mit Holz ist das Möbelhaus und die Tischlerei Heidrich in Daaden zu dem geworden, was es heute ist: ein Aushängeschild des regionalen Handwerks, wo bei aller Traditionspflege stets an den richtigen Stellschrauben in Richtung Zukunftsfähigkeit gedreht wird.

120 Jahre Firma Heidrich waren für Landrat Peter Enders der perfekte Anlass, dem Familienbetrieb einen Besuch abzustatten. Mit dabei waren Wirtschaftsförderer Lars Kober, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf, Dirk Eickhoff, und Stadtbürgermeister Walter Strunk. Empfangen wurden sie von Seniorchef Friedrich Heidrich, Inhaber des diamantenen Meisterbriefs, und seinen Söhnen Martin und Andreas, die in vierter Generation als Geschäftsführer Verantwortung tragen.

Mit der 1906 von Gustav Heidrich gegründeten Schreinerei ist das heutige Unternehmen nur noch schwer zu vergleichen. Verschiedene Standbeine sorgen dafür, dass der Betrieb nicht mehr von reinen Holzarbeiten abhängig ist. Eine der wichtigsten Weichenstellungen war sicherlich die Produktion von Kunststofffenstern und -türen, die Friedrich Heidrich – zunächst gegen den Widerstand des Vaters – in Daaden etablierte. Nach wie vor erfolgen hier die Fertigung und der komplette Service von der Beratung bis zur Montage aus einer Hand.

Aber auch das Möbelgeschäft bleibt fester Bestandteil im Portfolio. Hier war Peter Enders höchst angetan von den innovativen Schlafsystemen in der Ausstellung. Beispielhaft zeigte sich hier, wie individuell der Betrieb auf Kundenwünsche eingehen kann. Im Nachbarhaus besichtigte die Gruppe das Bestattungshaus. In großzügigen Räumlichkeiten steht die Familie Heidrich den Hinterbliebenen beratend und begleitend zur Seite. „Vom Bestattungsvorsorgevertrag zu Lebzeiten über die Organisation der Trauerfeier bis hin zur Erledigung aller Formalitäten sind wir im Trauerfall der kompetente Ansprechpartner“, so Andreas Heidrich.

Bleibt der einzige Wermutstropfen: In der Schreinerei ist es derzeit sehr ruhig – es fehlt an qualifiziertem Personal. „Im Moment will keiner mehr ausgebildet werden“, berichtete Friedrich Heidrich und gab damit das Stichwort für Enders, der sich seit Jahren um Einwanderung in Arbeit kümmert. Einmal mehr warb er dafür, hoch motivierten jungen Menschen aus Ruanda im Westerwald eine Chance zu geben.




Öffnungszeiten
Mo.-Fr.: 9 - 12 und 14 - 18 Uhr
Sa.: 9 - 12 Uhr

 

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